Die Geschichte von Melanie Hahn

Melanie Hahn

Ehrenamtliche Mitarbeiterin


Hallo an alle Freunde des ambulanten Kinderhospizdienstes Frankfurt / Hanau.

Mein Name ist Melanie Hahn, ich bin seit 2012 ehrenamtliche Mitarbeiterin im ambulanten Kinderhospizdienst Frankfurt und möchte an dieser Stelle mal ein wenig über meine Tätigkeit erzählen.

“Das könnte ich nicht…“, ist die häufigste Reaktion, wenn ich beginne, über mein Ehrenamt zu berichten.

Als ich mich dazu entschied, war ich mir auch nicht sicher, ob ich das kann, aber ich wollte es wenigstens versuchen.

Dazu gekommen bin ich durch eine kleine Anzeige in unserer Stadtteilzeitung: „Wir suchen positiv eingestellte Menschen für unsere Arbeit im ambulanten Kinderhospizdienst“…also, wenn nicht ich, wer dann, dachte ich. Gleich darauf telefonierte ich mit Lisa, einer Koordinatorin dieses Dienstes, die mich dann zu einem Informationsgespräch eingeladen hat. Nach diesem Gespräch war mir klar, dass ich die Herausforderung annehmen möchte.

Während des 105stündigen Befähigungskurses kam ich nicht selten an meine Grenzen und überlegte immer wieder, ob das die richtige Tätigkeit für mich ist. Ein Schlüsselerlebnis trug dazu bei, dass ich mich doch dazu entschied, mich auf die Arbeit einzulassen.

Es wurden uns Bilder von dem Begegnungswochenende gezeigt, das jedes Jahr einmal, mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und den betroffenen Familien, auf einem Reiterhof stattfindet.

Alle Kinder haben die Möglichkeit auf dafür ausgebildeten Therapiepferden zu reiten. Auf einem der Bilder war ein Junge auf einem Pony abgebildet, der einen unglaublich glücklichen und zufriedenen Gesichtsausdruck hatte. Dieses Bild hat mich absolut beeindruckt und ging direkt ins Herz.

Mittlerweile begleite ich  eine Familie, deren einziger Sohn an einer lebensverkürzenden Erkrankung leidet. Einmal im Monat kümmere ich mich für 4 Stunden um Tim, damit seine Eltern endlich mal wieder Zeit für sich und ihre Partnerschaft haben. Wir gehen schwimmen, in den Zoo oder bleiben auch einfach mal  zu Hause, spielen gemeinsam etwas oder lesen ein Buch. Auf jeden Fall haben wir zwei immer riesigen Spaß und die Eltern mal Zeit, um durchzuatmen.

Andere Ehrenamtliche kümmern sich aber zum Beispiel auch um Geschwisterkinder, die leider viel zu oft zu kurz  kommen oder dienen den Eltern als guter Zuhörer, je nachdem, welchen Bedarf die  Familien haben.  

Wer nun glaubt, dass die ehrenamtliche Arbeit im ambulanten Kinderhospiz noch immer nichts für ihn sei…es gibt noch ganz viele andere Möglichkeiten, im Dienst ehrenamtlich tätig zu werden.

Da ist zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit.

Um den Dienst bekannter zu machen und so eventuell betroffene Familien zu erreichen, gibt es oft Veranstaltungen, an denen wir mit einem Infostand über unsere Arbeit informieren. Auch hier werden immer wieder ehrenamtliche Mitarbeiter benötigt.

Auch die Koordinatorinnen im Büro sind über Unterstützung im administrativen Bereich immer sehr dankbar. Also es ist für jeden etwas dabei, der gern einen Teil seiner kostbaren Zeit verschenken möchte.

Alles in allem möchte ich zum Abschluss sagen, dass meine Entscheidung vor 5 Jahren für mich genau die Richtige war. Dieses Ehrenamt gibt mir so viel wieder zurück und hat mich auch in meiner eigenen Einstellung noch etwas verändert. Längst rege ich mich nicht mehr so schnell über irgendwelche Nichtigkeiten auf oder ärgere mich über irgendetwas.

Sicher gibt es auch traurige Momente, die wir gemeinsam im Dienst erleben und zu verarbeiten versuchen, aber unsere „Lebendbegleitung“  und die strahlenden Augen der Kinder und der Familien, wenn wir ihnen unsere Zeit geschenkt haben, das ist genau der Grund, weshalb ich diese ehrenamtliche Tätigkeit so gerne ausübe.